In guten wie in schlechten Zeiten … – Teil 2

Die schlechten ...


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Nachdem ihr im ersten Teil noch ein wenig in den schönen Momenten schwelgen durftet, nehmen euch unsere ergoBotschafter im zweiten Teil des Berichts über „Licht und Schatten“ ihrer Reise mit hinein in die „schlechten Zeiten“. Da müsst ihr jetzt durch …

Hier geht’s zu „Teil 1: Die guten …“


Nasse Füße

… Schon wenige Tage nach der Abfahrt habe ich nasse Füße, nein nicht draußen im Regen und auch nicht beim Spaziergang am Strand. Der Boden im Laster, also in unserer Wohnung, schwimmt. Irgendwo kommt ziemlich viel Wasser her und geregnet hat es seit Tagen nicht mehr. „Entweder Abwasser oder Frischwasser“, ist mein erster Gedanke.

Und tatsächlich: Die Leitungen unserer Wasserversorgung sind undicht, oder besser gesagt, ich habe die Vermutung, dass sie nie richtig dicht waren, es schon seit Beginn so vor sich hintropft und jetzt nur zum Vorschein kommt.

Also erst mal versuchen, alles dicht zu bekommen (nicht das letzte Mal auf der Reise, wir finden noch einige Stellen und auch ein Schlauchplatzer kommt noch dazu) und dann alles rausräumen und die Bude trocknen. Dank Standheizung, Sonne und Wind bekommen wir zum Glück alles wieder trocken und es schimmelt auch noch nix.

 

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Grüne „Gurken“ unerwünscht

Stadtverkehr in großen Städten macht keinen Spaß und das ist auch mit einem alten LKW nicht besser. Und schon gar nicht, wenn man viel zu spät dran ist, sodass es schon dunkel wird. Überall hupt es und die Mopeds, die sich vorbeidrücken, sieht man im Dunkeln auch nicht wirklich besser. Gut, dass wir gleich den Campingplatz mitten in Athen erreichen und erst mal schlafen können, bevor wir uns die Stadt anschauen wollen.

Und dann kommt es doch mal wieder ganz anders, als man denkt. Am Campingplatz ist keiner an der Rezeption, das Tor steht offen und eine Hand voll Fahrzeuge stehen auch schon drinnen. Also klingeln wir und warten – nix, keiner kommt. Nach einiger Zeit fahren wir einfach rein und suchen uns ein Plätzchen, einchecken können wir ja auch noch morgen früh.

Und genau dann kommt sie doch noch, die Chefin des Campingplatzes, und sie lässt keinen Zweifel daran, dass wir verschwinden sollen, hier nicht bleiben können und es ihr egal ist dass es Nacht ist, wir müde sind und 8 h Fahrt hinter uns haben. Und warum? Naja ganz einfach: Unser Wohnmobil ist nicht weiß, sondern grün, und hier sind nur weiße Wohnmobile aus Plastik mit Fahrern zwischen 30 und 50 Jahren geduldet … – „Sonst könnte ja jeder kommen.“

Diese Nacht verbringen wir an einer Autobahnraststätte ganz romantisch zwischen Straße und Müll.

 

Die Luft ist raus

In Griechenland haben wir auch unseren ersten ernsthaften Zwischenfall, zumindest was unseren LKW angeht. Die Druckluftbremse hat ein Leck und wir verlieren schneller Druck als der Kompresser neuen aufbauen kann.

Nachdem das zweite Ersatzteil auch nicht passt, aber ein gebrauchtes Austauschteil gefunden ist und tatsächlich am gleichen Tag noch alles wieder zusammengebaut wird und funktioniert, können wir um einige Euros leichter die Reise fortsetzten. Wir sind froh, dass unsere Bremse wieder einwandfrei funktioniert und dass unser erster Werkstattbesuch im Ausland super funktioniert hat.

Auch das Gefühl von Heimweh und der Gedanke, was wir hier eigentlich machen, (… die natürlich immer dann kommen, wenn es mal nicht läuft; am Strand bei Sonnenschein würde es doch so viel besser reinpassen …) werden wieder besser und wir freuen uns auf das, was kommt.

 

Stürmische Zeiten

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Stell dir vor, du fährst in Porto Torres früh morgens auf die Autofähre und freust dich darauf, einige Stunden später am frühen Abend in Barcelona auszusteigen. Nach 48 Stunden, einem Zwischenstopp in Italien (Rom) und einmal Fähre Wechseln (weil die eine kaputt ist und es bei dem Unwetter nicht nach Barcelona schafft) steigst du endlich in Spanien aus.

Und die nächsten 12 Stunde schaukelt das Bett immer noch weiter, weil der Körper sich an den schweren Seegang gewöhnt hat.

Ich glaube mehr muss ich nicht schreiben und ihr versteht trotzdem, wie wir diesen Teil der Reise fanden.

 

Ja, in guten wie in schlechten …

Und ja, wir haben uns gefragt, was wir hier eigentlich tun, ob es das alles wert ist und ob es uns glücklich macht. Wir nehmen uns viel Zeit, um miteinander zu reden und aufeinander zu achten, besonders in den schlechten Zeiten. Wir würden jederzeit wieder losfahren, uns wieder ins Abenteuer stürzen und wollen keine der Erfahrungen, egal ob gut oder schlecht, wieder hergeben.

Unser Fazit nach den ersten vier Monaten: Unsere ergoTRAURINGE haben schon einiges mitmachen müssen, haben Kratzer bekommen, lagen im Dreck, waren schwarz vor LKW-Fett und Motorenöl und sind absolut abenteuertauglichin guten wie in schlechten Zeiten.

 

Benedikt

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