Halbzeit

"Wie die Zeit vergeht ..."


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Ein Jahr reisen unsere ergoBotschafter mit ihrer „Gurke“ und ihren ergoTRAURINGEN durch Europa – die Hälfte ist schon vorbei und sie nutzen die Gelegenheit zu ein paar wertvollen Gedanken über die Zeit und darüber, wie man sie nutzen kann …


Gemeinsame Zeit

Wir haben Halbzeit – das heißt die Hälfte der Reise haben wir bereits erreicht. Da fallen einem schnell die Sprichwörter ein „wie die Zeit rennt …“ oder „wie die Zeit vergeht…“. Ja, es ist schon einiges an Zeit vergangen. Trotzdem können wir sagen: Wir genießen sie in vollen Zügen. Wir nehmen uns Zeit. Um die Welt zu entdecken und Abenteuer zu erleben.
Mit unserer Hochzeit haben wir versprochen, uns „zu lieben, zu achten und zu ehren an allen Tagen unseres Lebens“. Jetzt tun wir es – wir verbringen jeden Tag gemeinsam in den ca. 9 m² Wohnraum unseres LKW; und in unserem riesigen Garten – der Welt.
Wir haben versprochen, gemeinsam durchs Leben zu gehen; wir wollen also auch unsere Zeit gemeinsam verbringen. Und das können wir während der Reise wirklich intensiv.

Im letzten halben Jahr haben wir vieles zusammen erlebt: Ich erinnere mich noch besonders an die aufregende Fahrt in das kleine Bergdorf Theth in Albanien, bei dem wir in jeder Kurve fürchten mussten, nicht mehr weiterzukommen, oder an unsere Erkundungstour auf den Ätna, der uns total beeindruckt hat.
Die Zeit, die wir beim Städtetrip durch Barcelona, Lissabon oder Porto mit Einkaufen, Sightseeing, Kaffeetrinken oder „Spezialitäten der Stadt entdecken“ verbracht haben, werden wir wohl auch nicht mehr so schnell vergessen.
Gemeinsam machten wir uns auf zu einem für uns völlig neuen Kontinent – Afrika, genauer gesagt Marokko. Ich weiß noch, wie uns das ganze Land – mich vor allem die Sandwüste –beeindruckt hat.
Zeit zu zweit – wir erfreuen uns tagtäglich daran.

 

Zeit für sich

Zeit zu zweit heißt für uns auch, dass wir uns gegenseitig achten können. So braucht jeder von uns auch Zeit für sich selbst. Auch diese nehmen wir uns.
Am Anfang mussten wir erst mal herausfinden, was uns guttut. Jeder findet etwas für sich – egal ob es das Lesen eines Buches, Holzsammeln und -hacken, am Auto Schrauben, Malen oder Ukulele Spielen ist.
Ich zum Beispiel liebe es, am Strand in der Sonne zu sitzen, den Sand an den Füßen zu spüren und ihn durch die Finger rieseln zu lassen. Für Benedikt wird dies wohl schnell langweilig, so sucht er sich am liebsten irgendwelche Aufgaben zum „Schaffen“.

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Zeit nutzen

Wir haben gelernt, die Zeit, die wir haben, zu nutzen. Natürlich haben wir jetzt besonders viel Zeit. Allerdings ist auch diese Zeit nicht unendlich, wir verbrauchen auch viel davon, um zu fahren; es gibt immer wieder lange Fahr-Tage, oftmals auch mehrere hintereinander. Hier bleibt uns oft wenig Zeit für Abenteuer und Entdeckungen.
Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt und versuchen auch diese zu nutzen. So nehmen wir uns immer mal wieder einen kurzen Moment. Mal zu einem kurzen Spaziergang, und wenn es nur einmal ums Auto ist, oder zum kurzen Kaffeetrinken in der Sonne.
Auch während der Fahrt haben wir eine Beschäftigung gefunden. Wir haben schon vor längerer Zeit versucht, dass ein oder andere Buch zu lesen und dies nicht geschafft – jetzt lassen wir sie uns vorlesen und hören so die ein oder andere Geschichte. Hermann Hesses Steppenwolf war so ein Buch, das wir schon mehrfach zu lesen versucht hatten, da wir wenigstens eines der Werke des in unserer Heimatstadt Calw geborenen Schriftstellers kennen wollten. Bei der Fahrt einmal quer durch Frankreich haben wir es endlich geschafft
und wir hörten die Geschichte, die bei uns später für Diskussionsstoff sorgte.

 

Zeit genießen

Beim Thema Geschichtenhören muss ich noch an eine andere denken, die uns während der Fahrt begleitete: Die Geschichte von Momo und den Zeitdieben. Hier ist er wieder – der Gedanke an die Zeit.
Es bringt nicht viel, jede Stunde, Minute und Sekunde einzusparen und so effizient wie möglich zu sein, wenn man es dabei nicht mehr genießen kann und nicht mehr auf sich selbst achtet. Die Geschichte von Momo erinnerte uns wieder daran, sich Zeit zu nehmen, für das, was einem wichtig ist, für das, was einem guttut.

Diese Zeit nutzen wir auch für unsere noch junge Ehe – so schmieden wir gemeinsam Pläne, wir träumen von weiteren Reisen, neuen Fahrzeugen, verschiedenen Wohnkonzepten und so weiter. Auch machen wir uns Gedanken, wie wir später mit unserer Zeit haushalten wollen – denn so viel Zeit wie jetzt, werden wir im Berufsalltag erstmal nicht mehr haben. Wir haben auch Zeit, zu streiten – wir können lange diskutieren und uns dafür Zeit nehmen, auch das bringt uns weiter.

 

Zeit wertschätzen

Unsere Halbzeit haben wir außerdem für einen Familien- und Freundesbesuch genutzt, denn auch dort können wir die Zeit genießen. Die Hochzeit der besten Freundin als Trauzeugin zu begleiten, war für mich ein besonderes Erlebnis. Wir konnten unsere Zeit mit den Menschen teilen, die uns wichtig sind.
Wir besuchten auch andere Reisende und unterhielten uns über die Zeit. Und hier wird mir klar, dass die Gedanken „die Zeit rennt“ und „wir haben ja nur noch ein halbes Jahr“ für unsere Situation völlig fehl am Platz sind. Wir sollten uns darüber freuen, dass wir jetzt genau ein Jahr für uns haben, auch wenn davon schon ein halbes vorbei ist; denn auch dieses haben wir doch schon richtig gut genutzt.

Und auch das, was jetzt noch kommt, werden wir nutzen; schon dadurch, dass wir einfach wertschätzen, was wir haben.
Und so stürzen wir uns jetzt wieder in das Abenteuer Europareise, mit dem groben Ziel, einmal die Ostsee zu umrunden. Wir freuen uns, auf das was kommt, und wollen die Zeit mit weiteren Erfahrungen und Erlebnissen füllen.

 

Annette

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