ZUM ABENTEUER IN 3 SEKUNDEN

Von dem Moment einer vermeintlich verrückten Entscheidung


… es ist genau dieser spannende Moment einer Entscheidung, während unserer letzten Reise, der mir als besonders wertvoll im Gedächtnis geblieben ist: Südalbanien, westlich der Lengariza Schlucht. Vor uns die Furt eines fast ausgetrockneten Baches mit losem Geröll. Das war aber noch nicht unser Problem, denn mit unserem 4×4 IVECO haben wir schon unwegsamere Passagen bezwungen. Jedoch dieser Aufstieg zur Fortführung des zuvor moderaten Weges lässt klar erkennen, dass da schon lange kein Fahrzeug mehr hinaufgefahren ist.

Hier also stoppen und umkehren? Oder das Abenteuer annehmen und weiterfahren?

Ein fragender Blick nach rechts zu meinem Bruder Peter, von dem nach 3 Sekunden nur ein knappes, aber entschlossenes „… jo, müsste gehen“ kommt. Eine scheinbar trockene Antwort, die aber doch bei uns so einiges an Adrenalin versprühte.

Wir sind bereit und so beginnt spontan hier unser Abenteuer. Eine Entscheidung für eine „Verrücktheit“ mit ungewissem Ausgang. Eine bewusste Entscheidung im gegenseitigen Vertrauen, gemeinsam die Konsequenzen zu tragen. Vielleicht in misslicher Lage zu scheitern, aber auch die Chance auf den gemeinsamen Erfolg, die anvisierte Linie auf dem GPS, die Passhöhe, zu erreichen. Nur mit diesem Urvertrauen zueinander ist es sinnvoll, sich in ein Abenteuer zu begeben – ohne diese Basis gibt’s nur Stress. Auf Reisen wie auch im Leben mit dem Partner. Meine Meinung.

Was nun folgt, geschieht wie im Rausch. Steile Anstiege gehen nahtlos über in ausgewaschene enge Kehren. Strauchwerk schabt hart am Fahrzeug, und der Motor ächzt wie ein geduldiger Esel den steilen Weg empor. Wir sind angespannt und dennoch lassen uns die großartigen Bäume am Wegesrand erstaunen und ziehen uns in den Bann. Dann wieder eine Bachquerung, die Wasserlauf und Weg nicht mehr unterscheiden lässt. Geht’s da noch weiter? Aussteigen, sichten. Wir präparieren uns ein Durchkommen für die nächsten 80 Meter. Steine werden mühevoll, aber rückenschonend gerückt, mögliche Fahrrouten diskutiert und dann in kleiner Untersetzung durchgestartet – und der IVECO macht’s!

Zufriedenheit, aber auch Erleichterung macht sich bei uns breit, als ab der Passhöhe das Gelände in eine sanfte Almlandschaft wechselt und die Piste wieder nach einem fahrbaren Weg aussieht- geschafft! Und auf den Gesichtern macht sich ein stolzes Spitzbubengrinsen breit.

matthias

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